DS-B-26/078: Prüfung von pragmatischen Maßnahmen zum Akut-Hitzeschutz im Gemeindegebiet Stahnsdorf zum Schutz vulnerabler Gruppen, insbesondere Senioren und Kinder

Beschlussvorschlag:

Die Gemeindevertretung Stahnsdorf beschließt:

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Maßnahmenpaket zur kurzfristigen Hitzeanpassung und zum Schutz der Bevölkerung – insbesondere von Seniorinnen und Senioren, Pflegebedürftigen, chronisch Kranken sowie Kleinkindern – bei Extremtemperaturen zu prüfen. Ziel ist es, zu ermitteln, welche der nachfolgenden Maßnahmen für Stahnsdorf kurzfristig geeignet, rechtlich umsetzbar und finanziell tragbar sind:

1. Kühle Zufluchtsorte („Cool Spaces“)

  • Öffnung geeigneter öffentlicher Gebäude (z. B. Gemeindebibliothek, Rathaus) als temporäre Hitze-Refugien bei extremen Hitzewellen.
  • Kontaktaufnahme mit den örtlichen Kirchengemeinden zur Prüfung einer freiwilligen Nutzung kühler Kirchenräume.
  • Einwirken auf den Zweckverband Freibad Kiebitzberge zur Prüfung flexibler, erweiterter Öffnungszeiten in den Abendstunden bei anhaltenden Tropennächten.

2. Entschärfung von Hitze-Inseln

  • Einsatz mobiler Verschattungselemente (z. B. Sonnensegel oder Großpflanzen in Kübeln) auf zentralen, stark versiegelten Plätzen. Dazu zählt insbesondere die Wannseestraße.
  • Prüfung der technischen und rechtlichen Machbarkeit temporärer Sprühnebel-Anlagen in hochfrequentierten Fußgängerbereichen.

3. Kostenlose Trinkwasserversorgung

  • Prüfung der Einrichtung von Trinkbrunnen an zentralen ÖPNV-Knotenpunkten und Plätzen, vorzugsweise in Kooperation mit dem lokalen Wasserversorger (MWA) zur Gewährleistung der Hygiene- und Trinkwasserstandards.

4. Kommunikation & Nachbarschaftshilfe

  • Offensive und zielgerichtete Nutzung digitaler Kanäle der Gemeinde (Homepage, Warn‑Apps wie NINA/KATWARN) für behördliche Hitzewarnungen.
  • Bereitstellung von Informationsmaterialien zu hitzegerechtem Verhalten und zur Waldbrandprävention.
  • Prüfung von Kooperationen mit bestehenden sozialen Trägern oder dem Seniorenbeirat zur Einrichtung eines ehrenamtlich getragenen „Hitzetelefons“ für alleinlebende Senioren.

5. Empfehlungen für den Bereich der Verwaltung

  • Der Bürgermeister wird gebeten, im Rahmen seiner Organisations- und Personalhoheit zu prüfen, inwieweit bei Extremhitze flexible Anpassungen der Arbeitszeiten (z. B. Verlagerung schwerer körperlicher Arbeiten des Bauhofs in die frühen Morgenstunden) sowie temporäre Lockerungen des Dresscodes im Publikumsverkehr umgesetzt werden können.

Die Verwaltung legt der Gemeindevertretung das Prüfungsergebnis sowie einen konkreten Umsetzungsvorschlag bis zum Sitzungsturnus im November 2026 vor.

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